Norderstedt und Kirche - Kirche in Norderstedt
Wir Norderstedter Kirchengemeinden möchten mehr Sichtbarkeit von Kirche in Norderstedt schaffen. Wir wollen gemeinsam aufbrechen, um Engagement und Ehrenamt zu stärken, inhaltliche Schwerpunkte auszubilden und umständliche Verwaltungsstrukturen zu vereinfachen.
Die Kirchengemeinderäte der fünf Norderstedter Kirchengemeinden haben daher bei ihrem gemeinsamen Klausurtag im März 2026 über die Möglichkeit und Notwendigkeit eines stärkeren Zusammenwachsens beraten.
Den Stand unserer Überlegungen teilen wir an dieser Stelle. Er wird regelmäßig aktualisiert und ergänzt.
Ansprechpartnerin für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Verena Schmidt
verena.schmidt@thomaskirche-glashuette.de
Tel. 0175 4741 239
Melden Sie sich mit Ihren Fragen und Anregungen gerne bei mir.
Fragen und Antworten rund um die Prüfung der Gemeindeneugründung in Norderstedt
Warum soll es eine Zusammenlegung bzw. Gemeindeneugründung geben?
Eine einzelne Kirchengemeinde ist in wenigen Jahren wirtschaftlich nicht mehr allein tragfähig. Gründe dafür sind u.a. die kontinuierlich abnehmenden Mitgliederzahlen, die sinkenden Einnahmen aus der Kirchensteuer und die hohen Kosten für Sanierung, Instandhaltung und Betrieb der Kirchengebäude. Damit stehen die Norderstedter Gemeinden nicht alleine, bundesweit stehen Gemeinden vor diesen Herausforderungen.
An welchem Punkt stehen die Norderstedter Gemeinden jetzt gerade?
Aktuell haben sich alle fünf Kirchengemeinderäte zu einem gemeinsamen Beratungs- und Prüfungsprozess aufgemacht. Die Entscheidung darüber, ob eine Gemeindeneugründung vorteilhaft sein kann für eine gemeinsame Zukunft in Norderstedt, wird im Frühjahr 2027 zu fällen sein.
Was passiert, wenn eine Gemeinde nicht mitmacht? Wie sehen Alternativen aus?
Eine Gemeindeneugründung ist kein Muss, eine Kooperation wird es aber auf jeden Fall geben, denn eine einzelne Kirchengemeinde wird in wenigen Jahren wirtschaftlich nicht mehr allein tragfähig sein. Die Situation der Pfarrstellen ab 2029 wird dann einen sogenannten Pfarrsprengel erfordern, um die Zusammenarbeit aller verbleibenden Pfarrpersonen zu regeln. Mitarbeitende aus der Kirchenmusik oder Jugend- und Familienarbeit müssten dann von mehreren Kirchengemeinden gemeinsam angestellt werden, um die Stellen zu finanzieren.
GEBÄUDE
Was passiert mit unserer Kirche, wenn es nur noch eine Gemeinde geben sollte?
Die Gemeinden bearbeiten alle Fragen zur zukünftigen Gebäudenutzung im Rahmen der Arbeitsgruppe „MONKI“ (= Modellprojekt Nachhaltige Kirchengemeinde). Diese übergemeindliche Projektgruppe zum Themenbereich Nachhaltigkeit besteht schon seit längerer Zeit und stellt ihre gesammelten Daten und Erkenntnisse in den Dienst des Kooperationsraumes. Sie unterstützt bei der Erarbeitung eines Gebäudekonzepts. Dies ist ein sehr vielschichtiges und kompliziertes Thema, weshalb erst in nächsten Monaten mit konkreten Vorschlägen zu rechnen ist.
Wird unsere Kirche erhalten bleiben? Und welche Gebäude müssen schließen?
Ein Zwischenergebnis lautet: Die offenen Sanierungskosten zur Instandhaltung aller kirchlicher Gebäude, also Kirchen, Gemeindezentren und Pastorate, beläuft sich aktuell auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Das bedeutet, dass zukünftig nicht alle Gebäude erhalten bleiben können. Die Beratungen über ein Gebäudekonzept zur konkreten Nutzung einzelner Gebäude sind noch im Gange und finden in der Arbeitsgruppe „MONKI“ mit VertreterInnen aus allen Gemeinden statt.
Von der Gebäudefrage betroffen sind auch die Angebote vor Ort – wie ist es um sie bestellt?
Unser klares Ziel ist es, alle Angebote zu erhalten und sie auch zukünftig gut erreichbar zu machen. Wege und Mobilität sind wichtige Faktoren für die Planung und werden in alle Überlegungen einbezogen. Konkret helfen Erfahrungen aus heute schon gelebten Kooperationen, die sich etabliert haben und gut angenommen werden.
GOTTESDIENSTE
Was ist mit den Gottesdiensten?
Auch für das Gottesdienstangebot besteht eine Arbeitsgruppe. Vertreterinnen und Vertreter aller Kirchengemeinden beraten darüber, wie das Angebot für eine neue Gemeinde aussehen könnte. Sie gleichen die Angebote mit dem Bedarf ab und berücksichtigen auch die Erfahrungen, die schon aktuell in verschiedenen kooperierenden Gemeinden gesammelt werden.
Ein Beispiel ist die „Sommerkirche“ der Gemeinden Johanneskirche, Thomaskirche und Vicelin-Schalom. Während der Sommerferien wird abwechselnd an allen drei Orten Gottesdienst gefeiert und die Gemeindemitglieder besuchen sich gegenseitig in den Kirchen. Das hat sehr gut funktioniert, öffentliche Busverbindungen und Fahrdienste haben für regen Besuch untereinander gesorgt. Deshalb wird die Idee auch dieses Jahr wieder umgesetzt.
MOBILITÄT
Wie komme ich in Zukunft zu einer anderen Kirche, wenn vor Ort die Gebäude schließen?
Wege und Mobilität sind ganz wichtige Punkte in den Planungen und werden in alle Überlegungen einbezogen. Konkret helfen Erfahrungen aus heute schon gelebten Kooperationen.
Ein Beispiel ist die „Sommerkirche“ der Gemeinden Johanneskirche, Thomaskirche und Vicelin-Schalom. Während der Sommerferien wird abwechselnd an allen drei Orten Gottesdienst gefeiert und die Gemeindemitglieder besuchen sich gegenseitig in den Kirchen. Das hat sehr gut funktioniert, öffentliche Busverbindungen und Fahrdienste haben für regen Besuch untereinander gesorgt. Deshalb wird die Idee auch dieses Jahr wieder umgesetzt.
Die Arbeitsgruppen kurz vorgestellt
AG Ehrenamt
Leitung: Michael Hein
Für die zukünftige Ansprache und Organisation aller ehrenamtlich tätigen Mitglieder erstellt die Gruppe eine Übersicht aller Aktivitäten und Aufgaben der Ehrenamtlichen und prüft die Möglichkeiten für Vernetzung und Zusammenarbeit.
AG Finanzen
Leitung: Oliver Kraushaar
Für eine tragfähige Finanzplanung ist das Ziel der Gruppe: Transparenz und eine vergleichbare Datenbasis auf Basis der gegenseitigen Einsicht in alle Haushalte. Sie erarbeitet einen einheitlichen Kontenrahmen sowie Norderstedt-weite Personal- und Gebäudespiegel.
AG Kirchenmusik und Gottesdienst
Leitung: Martina Dittkrist
Für die Entwicklung eines gemeinsamen Kirchenmusik- und Gottesdienstkonzepts verfasst die Gruppe eine Übersicht aller Angebote und berät über neue Ansätze und Gestaltungsmöglichkeiten.
AG Öffentlichkeit
Leitung: Christina Henke
Informationen vermitteln und Transparenz herstellen für den Zukunftsprozess der Gemeinden in Norderstedt sind die Kernaufgaben der Gruppe.
Praxis-Beispiel: Diese Fragen-Antworten-Sammlung zur Unterstützung der Gemeinden
MoNKi (Modellprojekt Nachhaltige Kirchengemeinde/ Modellregion Norderstedt)
Leitung: Ute Gansel
Nachhaltigkeit ist das übergeordnete Thema der Gruppe. Neben Lösungen für den Gebäudebestand inklusive Nutzung und Betrieb werden auch Antworten zu Fragen rund um Mobilität oder Beschaffung erarbeitet.
Praxis-Beispiel: Sammelbestellung von klimafreundlichem Papier für alle Gemeinden
Steuerungsgruppe – KoNoKi (Kooperation Norderstedter Kirchen)
Leitung: Martina Dittkrist
Die Steuerungsgruppe stellt den übergeordneten Rahmen für den gesamten Prozess dar. Sie prüft z.B. rechtliche Fragen, koordiniert die Arbeit der AGs und behält die zeitliche Planung im Blick.
Neben den Kirchengemeinden ist auch ein Vertreter des Kirchenkreises für die Organisationsentwicklung Teil des Gremiums.